Flut in Magdeburg

Mittlerweile hat es ja jeder mitbekommen, Dresden ist abgesoffen,
halb Sachsen ging baden, Schäden in Milliardenhöhe stehen ins Haus.
Magdeburg ist davon nicht minder bedroht.
Da ist es für uns nur selbstverständlich: Wenn die Elbe zu Besuch kommt,
dann besuchen wir zurück und weisen sie in ihre Schranken.

Also gingen wir zwei, Kameraden Stephan und Hartmut, los, Säcke stapeln!

Am Werder war schon reges Treiben, als wir frühs ankamen. Nachdem
wir uns bei einem Kameraden der Feuerwehr gemeldet hatten
(nach dem Motto: Er dort hat ein Funkgerät, also weiß er mehr als wir...),
wurde uns ein Platz angewiesen, die Sachlage kurz erklärt und wir
legten uns kräftig ins Zeug. Zumindestens, solange die Säcke reichten.

Die Stelle, an der wir waren, war recht problematisch, da sie sehr eng
und somit nur für Kleintransporter passierbar war. Also haklig, so gesehen.
Nachdem dann aber die Transporter sich reihenweise stauten, kam wohl
irgendwer auf die Idee, LKW auf das angrenzende Grundstück zu lotsen
und die Säcke dort anzuliefern. Nun tauchte das nächste Problem auf,
ein rund 2,00 m hoher Zaun, und man warf die Säcke dann von dem
Laster über den Zaun. Was leider nicht allen Säcken so guttat.

Nachdem ich mir dann den Zaun genauer angesehen hatte, schnappte
ich mir einen leitend aussehenden DLRG-Burschen und betraute ihn mit
seiner heutigen Tagesaufgabe: das Besorgen eines 6er-Imbusschlüssels, um
die Zaunfelder zu öffnen. Und nach einer halben Stunde war das erste
Feld offen. Und dann ging die Post ab - LKW um LKW schaffte Säcke heran.

Es machte richtig Spaß, nicht mehr rumzustehen, wir waren mittlerweile alle
ein eingespieltes Team, und ackerten wie die Wilden. Und nach einiger Zeit
wurden die Arme schön etwas länger. Aber der wachsende Wall baute auf.

Jedenfalls bis einer der wichtig Aussehenden auf den Plan trat, den wir dann
erstmal Deichgraf tauften. Er machte uns klar, das wir da großen Käse
fabrizierten und der Wall umgestapelt werden müsse. Na toll !!!
Die Stimmung unserer bunten Truppe war augenblicklich im Keller.

Wer da nun irgendwie falsch lag, egal, das Dingens mußte umgestapelt werden.
Wir nahmen es mit Galgenhumor und stapelten um. Erstaunlicherweise
ging es schneller, als wir dachten, da ja jeder nun stapelte.
Das baute dann wieder auf, und die Stimmung stieg wieder.

Und so brachten wir unsere Strecke, so 20-30 Meter, in null-komma-nix
auf Vordermann und Normhöhe.

Nachdem wir dann am späten Nachmittag eine andere Stelle zugewiesen
bekamen, die aber vor Menschen wimmelte, die sich mehr im Wege standen als unbedingt nötig, entschieden wir zwei uns für den Rückzug.
Ersten waren wir  nicht mehr ganz taufrisch und den nächsten Tag auf Arbeit
wollten wir auch noch erleben.

An dieser Stelle noch: Hut ab vor den Kameraden der BW. Was sie dort leisten,
die Zeit, die sie auf den Beinen sind, die Mühen, die sie auf sich nehmen, die
Kameradschaft und Solidarität... - bewundernswert!
Auch das THW, die Feuerwehr, und überhaupt alle Freiwilligen, Pfadfinder waren zu sehen und und und..., gebührt ein großes Dankeschön.


Anfangs gings schleppend voran, Stau auf der ganzen Linie...

...denn noch war der Zaun zu.

Aber dann kam man vorwärts, und die Stimmung stieg

Sandsacktransporter en masse, und zwar so ziemlich alles, was rollte...

Und nachdem der Wall dann umgestapelt wurde, war sogar die BW mit uns zufrieden

Nach eingehender Inspektion durch Oberdeichgefreiten Hügel durften wir pausieren :-)

Die Elbe späht herüber, doch der Wall steht !

Letzte Impressionen, rechts ganz hinten "unser" Wall.

Dank auch der Brigade "Heizkörper", mit der wir den Spaß hatten. War ein tolles Team.



NVANVA 2GSTAktuellAngler´s WünscheStartseite